Sexuelle Online-Ausbeutung von Kindern – live!

Hintergrund

Irgendwo auf den Philippinen, inmitten eines Slums sitzt ein Mädchen vor einem Laptop. Eine Webcam ist auf das Kind gerichtet und auf dem Bildschirm erfolgen Anweisungen in einem Chat. Der pädokriminelle Kunde dirigiert das Geschehen und befiehlt, wie das Mädchen missbraucht werden soll. Der Missbrauch findet in Echtzeit statt – live. Bezahlt wird per Kreditkarte.

OSEC ist die Abkürzung für «Online Sexual Exploitation of Children», die sexuelle Online-Ausbeutung von Kindern. Der Live-Missbrauch von Kindern über das Internet ist ein globales Verbrechen, das erst durch die wachsende Digitalisierung möglich wurde: Einzelne Menschenhändler können über das Internet gleichzeitig mit vielen pädokriminellen Kunden auf der ganzen Welt vernetzt sein – und umgekehrt. OSEC ist einfach. Alles was die Täter brauchen, sind eine Webcam und ein Internetanschluss. Jedes der 4,3 Mrd. verkauften Smartphones weltweit verfügt über diese Technik. Aufgrund der einfachen technischen Voraussetzungen und der geringen Gefahr für die Täter, überführt und gefasst zu werden, hat die sexuelle Ausbeutung von Kindern live im Internet in den letzten Jahren rasant zugenommen.

Schockierende Fakten

  • 750.000 pädokriminelle Täter sind permanent online. Auch jetzt in diesem Moment!
  • Über 50 % aller Betroffenen sind keine 12 Jahre alt.
  • 86 % der Betroffenen sind weiblich.
  • OSEC ist ein Familienverbrechen. In 41 % der Fälle sind die Eltern involviert, in 43 % nahe Verwandte.
  • Die Philippinen sind ein Hotspot für OSEC. Schätzungen sprechen von 60.000 – 100.000 betroffenen Kindern. Weitere Länder sind Mexiko, Brasilien, Indien, Thailand, Rumänien und Kambodscha.
  • Die stärkste Nachfrage kommt aus den USA, Schweden und Australien.

Projekt

International Justice Mission (IJM) ist weltweit federführend im Kampf gegen OSEC und betreibt mehrere Ermittlungszentren, um Kunden, Täter und die betroffenen Kinder aufzuspüren und Verbrechen aufzudecken. Hierbei arbeitet IJM mit nationalen und internationalen Strafverfolgungsbehörden, Interpol, Telekommunikationsfirmen, Social Media-Plattformen, Zahlungsanbietern sowie auf politischer Ebene mit den Regierungen der betroffenen Länder zusammen, um Täter zu ermitteln und Kinder zu befreien.

Die BONO-Direkthilfe unterstützt die wichtige und erfolgreiche Ermittlungsarbeit von IJM.

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