Informieren, sensibilisieren und motivieren

Die Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland ist eine der Kernaufgaben der BONO-Direkthilfe. Mit Veranstaltungen und Publikationen in Medien berichten wir über die Ausbeutung von Frauen und Kindern sowie über die Erfolge unserer Projektpartner im Kampf gegen Menschenhandel.

Aktivitäten der BONO-Direkthilfe

  • Unterstützung von Präventionsmaßnahmen zur Loverboy-Thematik in Deutschland
  • Veranstaltungen, Vorträge und Workshops
  • Zusammenarbeit und Aktionen mit Schulen, Gemeinden, Vereinen und Stiftungen
  • Medienarbeit
  • Nationale und internationale Lobbyarbeit in Kooperation mit ECPAT, dem Weltverband aller Organisationen im Kampf gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Kinderhandel, Prostitution, Sextourismus und Pornografie.

Menschenhandel in Deutschland – Hintergrund

Mit Blick auf die globale Dimension des Menschenhandels ist Asien mit 62 % der weltweit 40 Millionen Opfer moderner Sklaverei besonders stark betroffen und daher lag der Schwerpunkt unseres Engagements bisher auch in Nepal, Indien und Bangladesch. Doch Menschenhandel spielt sich auch vor unserer Haustüre ab und so ist Deutschland aufgrund seiner liberalen Prostitutionsgesetzgebung in den letzten Jahren zu einem Dreh- und Angelpunkt des internationalen Menschenhandels und zum attraktivsten, freizügigsten und größten Bordell Europas geworden. Da auch junge Mädchen in Deutschland in erschreckendem Ausmaß in die Prostitution gelockt werden, wird die BONO-Direkthilfe ab sofort auch in Deutschland aktiv.

Loverboys – charmant, skrupellos und äußerst brutal

Wussten Sie, dass die am stärksten zunehmende Gruppe in der Jungprostitution (12–16 Jahre) in Deutschland Mädchen aus Deutschland sind? Diese Tatsache ist alarmierend und schockierend zugleich. Die Gründe hierfür liegen zumeist in der Loverboy-Thematik, wobei der Begriff „Loverboy“ sehr irreführend ist, da er die große Gefahr und die massive Brutalität verharmlost, die mit ihm verbunden ist.

Die Methode ist einfach und perfide zugleich: Die in der Regel gut aussehenden Loverboys, meist im Alter von 18 – 30 Jahren, sprechen junge Mädchen über Facebook, im Chat, vor Schulen oder in Fast-Food-Restaurants an. Gezielt suchen sie nach Mädchen, die gerade in einer schwierigen Lebensphase sind, weil sie sich z.B. nicht hübsch fühlen oder familiäre Probleme haben. Sie gehen strategisch vor und achten anfangs sogar darauf, dass die Mädchen Hausaufgaben machen und nicht schwänzen, damit die Eltern möglichst lange nichts merken. Mit großzügigen Geschenken, Schmeicheleien und einem offenen Ohr für ihre Sorgen werden die Mädchen manipuliert und verfallen dem Charme der Loverboys. Parallel dazu isoliert der Loverboy seine gutgläubigen Opfer von Freunden und Familie. Wenn sie die Mädchen an sich gebunden haben, erzählen sie ihnen vielfach von ihren Schulden und bitten sie, ihnen durch Sex mit anderen Männern gegen Geld zu helfen. Oft werden von den Sexualkontakten und Vergewaltigungen Videos gedreht, um die Mädchen später unter Druck zu setzen. Es folgen Erpressungen, psychische und körperliche Gewalt und teilweise der Einsatz von Drogen.

Einen ausführlichen Bericht über Menschenhandel und die Loverboy-Thematik in Deutschland finden Sie hier.

Projekte

Daher engagiert sich die BONO-Direkthilfe im Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution nun auch in Deutschland mit Informationsveranstaltungen, Workshops und gezielter Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Loverboy-Thematik. Das erste Pilotprojekt fand in Kooperation mit „Windrose e.V.“ in einer Kölner Schule statt. Weitere Veranstaltungen sind geplant. Bei Interesse nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.

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