Besuch der »BONO-Family« bei SOS Bahini 

Es war noch kalt in Nepal. Januar, eine Zeit, in der die Temperaturen nachts noch unter den Gefrierpunkt fallen. Heizungen gibt es in Nepal nicht – wir trugen auch in den Häusern dicke Jacken, so wie wir sie hier bei uns draußen im Winter tragen.

Tato pani = heißes Wasser – am besten mit Ingwer – wurde uns überall zum Aufwärmen gereicht.
Drei Vorstandsmitglieder unseres Vereins besuchten im Januar 2011 unsere Partnerorganisation SOS Bahini in Pokhara, ungefähr 200 Kilometer nordwestlich von Kathmandu.

Wir wurden herzlich von Radha Poudel und Raymond Lindinger, den Gründern und Leitern von SOS Bahini, empfangen. So freundschaftlich, wie die erste Begegnung war, sollten wir auch die nächsten Tage begleitet werden.

Im »Bahini-Café« überraschte man uns mit köstlichen Speisen. Die Räumlichkeiten sind wunderschön und liebevoll in Eigenleistung gestaltet. Hier werden die jungen Frauen in der Kunst des Backens und Kochens ausgebildet. Das Café ist mittlerweile feierlich eingeweiht worden und heißt nun Einheimische und Touristen herzlich willkommen.

Die Idee dieses Cafés ist es, jungen Frauen, die teilweise schon lange Zeit von SOS Bahini betreut werden, eine Berufsausbildung zu ermöglichen und ihnen die Gelegenheit zu bieten, auch außerhalb der geschützten Atmosphäre der Großfamilie SOS Bahini mit Menschen in Kontakt zu treten.

Zum ersten Mal trafen wir mit der von der BONO-Direkthilfe e.V. unterstützen Familie zusammen. Der Empfang war sehr herzlich und überschwänglich. Wir wurden als die drei »Daddys« willkommen geheißen. Die Kinder hatten für uns ein Theaterstück einstudiert, sangen Lieder und es wurde ein leckeres Mahl zubereitet. Krishna heißt die Mutter unserer »BONO-Family«, eine ausgeglichene ruhige Frau. Sie ist jung verwitwet, hat ein leibliches Kind und dazu sechs weitere Kinder von SOS Bahini aufgenommen.

Zum Familienhilfsprogramm von SOS Bahini gehören zurzeit sieben Familien, die in angemieteten Wohnungen im Stadtgebiet verteilt leben. Einmal in der Woche treffen sich alle Familien im Zentrum der Organisation, dem »Hub«. Hier finden Kurse statt, es wird gespielt und gemeinsam gegessen. Dieses »Herz« von SOS Bahini liegt in einem wunderschönen Garten und man spürt in der friedlichen geborgenen Atmosphäre, dass sich hier alle zuhause fühlen.

SOS Bahini betreibt neben den hier beschriebenen auch weitere innovative Projekte wie beispielsweise ein Trainng Center, in dem an schulfreien Tagen Computer- oder Kunstkurse gegeben werden, oder die Frauenberatungsstelle »Lighthouse« in einem Slumgebiet am Rande der Stadt.

Der Besuch von SOS Bahini war interessant und aufschlussreich und hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig regelmäßige Projektbesuche unserer Partnerorganisationen sind. Wir konnten uns vor Ort von der wirklich überzeugenden Arbeit unserer Partnerorganisation ein Bild machen. Besonderes motivierend war die Zeit mit unserer »BONO-Family«, die uns ermutigt und bestärkt hat, unsere Unterstützung fortzusetzen, ja sogar, durch die Gründung einer weiteren Familie, auszubauen.

„Wie Menschen behandelt werden, egal wo, betrifft jeden von uns, immer und überall.“
Louis Henkin, Völkerrechtler