Ein neues Zuhause 

Im Mittelpunkt der Arbeit von New Light stehen die Kinder von Frauen, die in der Prostitution leben. Nun hat New Light eine Perspektive für junge Frauen geschaffen. Sie können eine Berufsausbildung oder ein Studium absolvieren.

New Light ermöglicht Kindern aus dem Rotlichtviertel im Alter von vier bis 18 Jahren ein geregeltes Leben. Die Kinder erhalten Nahrung und Kleidung, sie gehen zur Schule und nehmen an Kursen für Tanz, Musik, Theater, Kunst, Mathematik, Bengali und Englisch teil.

Die Mütter gehen derweil im Rotlichtviertel von Kalighat, einem riesigen Stadtviertel der 15-Millionen Metropole Kolkata (Kalkutta), ihrer Beschäftigung nach. Die Prostitution erfolgt in den Wohnungen der Mütter, die nur aus einem Zimmer bestehen. Wären die Kinder nicht bei New Light, müssten sie dies miterleben.

Die Kindertages- und -nachtstätte von New Light befindet sich am Rande des Rotlichtviertels, in der Nähe des berühmten Kali-Tempels und des von Mutter Teresa gegründeten Sterbehauses Nirmal Hriday. Hier werden zurzeit 140 Kinder betreut, von denen 40 auch dort übernachten. Urmi Basu, Gründerin und Leiterin von New Light, konnte 2005 mit Hilfe von Spenden das Soma Memorial Girls Home kaufen. Dort sind die älteren Mädchen untergebracht. Das Soma Memorial Girls Home befindet sich in einem anderen Stadtteil, damit die Mädchen abseits des Rotlichtviertels betreut und ausgebildet werden können.

Nach langwieriger Suche nach einer geeigneten Unterkunft, wurde vor kurzem ein weiteres Zuhause von New Light eingeweiht, Sonar Tori. Es handelt sich um eine betreute Wohngemeinschaft, die nur zehn Minuten vom Soma Memorial Girls Home entfernt ist.

Die ersten Bewohnerinnen sind Sima, Sontoshi, Rina und Anima. Sima ist 20 Jahre alt, lebte mehrere Jahre im Soma Memorial Girls Home und studiert jetzt an der Universität Kolkatas (Kalkuttas) Soziologie, Psychologie und Politikwissenschaft. Santoshi, 19 Jahre alt, holt ihren Schulabschluss nach. Rina ist 19 Jahre alt, geht noch zur Schule und arbeitet gleichzeitig als Sozialarbeiterin. Die 20-jährige Anima wird zur Köchin ausgebildet und soll in absehbarer Zeit für die Gemeinschaft kochen.

Sobald sich die vier jungen Frauen, die von einer Hausmutter betreut werden, eingelebt und ihren Alltagsrhythmus gefunden haben, werden zwei weitere Mädchen – und wieder etwas später nochmals zwei Mädchen – die Gruppe komplettieren. Jede Bewohnerin wird nach ihren Fähigkeiten gefördert, und mit circa 23 Jahren sollen sie dann ein selbstbestimmtes Leben außerhalb der betreu-ten Wohngemeinschaft führen.

Eine Gruppe von New Light nahm durch Vermittlung der BONO-Direkthilfe e.V. an der KinderKulturKarawane 2008 teil. So kam der Kontakt zur Marie-Curie-Realschule Bergisch Gladbach zustande. Hier fanden eine Tanzveranstaltung und ein Workshop statt. Nun wurde eine Schulpartnerschaft ins Leben gerufen. Die Schule stiftete drei neue Computer, um einen E-Mail-Austausch zu ermöglichen. Ebenso wurden Brieffreundschaften initiiert.

New Light macht einen überzeugenden Eindruck. Die Kinder, Lehrer, Ausbilder, Sozialarbeiter und sonstigen Helfer fügen sich zu einer respektvoll miteinander umgehenden Gemeinschaft, deren Mitglieder sich achten und wertschätzen.

„Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will,
sondern, dass er nicht das tun muss, was er nicht will.“
Jean-Jacques Rousseau