Nepals Kinder: Zurück zur Schule 

Nepal Matri Griha leistet mit der eigenen Schule für 350 Kinder und einem Stipendienprogramm für rund 800 benachteiligte Kinder in verschiedenen Dörfern einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Schulausbildung in Nepal. Insbesondere nach dem Erdbeben gilt es nun, die Kinder zurück auf die Schulbank zu bringen.

Die schweren Erdbeben vom 25. April und 12. Mai 2015 haben auch viele Schulen in Nepal zerstört. Gemäß Angaben von UNICEF sind 32.000 Klassenzimmer dem Erdboden gleichgemacht worden, mindestens 15.000 weitere Klassenräume wurden zum Teil schwer beschädigt. Hunderttausende Kinder laufen daher Gefahr, die Schule abzubrechen. Dabei ist Bildung der Schlüssel zur persönlichen Entwicklung eines Kindes wie auch zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung eines gesamten Landes.

Leider wurde auch die Schule unserer Partnerorganisation Nepal Matri Griha in Kathmandu beschädigt, so dass der Schulunterricht in anderen Räumlichkeiten der Organisation und zum Teil auch im Freien stattfindet. Sobald die Reparaturarbeiten abgeschlossen sind, wird für die 350 Kinder, die aus den umliegenden Armutsvierteln stammen, der gewohnte Schulalltag wieder beginnen.

Für jene 800 Kinder aus den Dörfern, die von Nepal Matri Griha Stipendien für ihre Schulausbildung erhalten, hat die Organisation bereits wenige Wochen nach den Beben die Schulmaterialien und Schuluniformen für das neue Schuljahr, das Mitte Juli begonnen hat, verteilt. Für die Familien und insbesondere die Kinder war diese Aktion nach der traumatischen Katastrophe eine wichtige Motivation und ein Anstoß, ganz langsam wieder in das gewohnte Alltagsleben zurückzufinden.

Bildung für die Ärmsten der Armen
In der Schule von Nepal Matri Griha wird besonders darauf geachtet, dass die Ärmsten der Armen die Möglichkeit erhalten, eine Schulausbildung mit Schulabschluss zu machen. Je nach Einkommensverhältnissen in den Familien bekommen die Kinder die nötige Unterstützung. Es werden die anfallenden Schulgebühren übernommen sowie Schuluniformen, Bücher, Hefte, Schreibmaterialien und Snacks an die Kinder verteilt. Ferner garantiert Nepal Matri Griha  in ihrer Schule mit einer eigenen Klinik, dass alle Kinder und ihre Familien eine kostenlose Gesundheitsversorgung erhalten.

Shiva und Vikram – zwei Beispiele unserer Hilfe
Der 13-jährige Shiva lebt mit seiner Mutter Ambika und seinen fünf Geschwistern in der Nähe von Nepal Matri Griha. Der Vater hat die Familie verlassen, so dass Ambika allein für ihre sechs Kinder verantwortlich ist. Für die Mutter ist es schier unmöglich, ihren Kindern genügend zu Essen zu geben. Eine Schulausbildung wäre ohne die Hilfe von Nepal Matri Griha undenkbar. Ambika ist der Organisation sehr dankbar: „Shiva ist ein sehr fleißiger und guter Schüler. Dank Nepal Matri Griha  wird er eines Tages ein besseres Leben haben.“

Auch Vikram lebt in der Nähe von Nepal Matri Griha . Der Junge hat mit seinen 13 Jahren bereits eine große Verantwortung zu tragen. Allein kümmert er sich um seinen 7-jährigen Bruder, der an den Folgen von Zerebralparese leidet und schwer behindert ist. Der Vater hat sich ins Ausland abgesetzt, die Mutter ist selbst schwer behindert, lebt im Dorf und kann sich nicht um ihre Söhne kümmern. So leben die beiden Jungen gemeinsam mit ihrem Onkel in einem kleinen Raum in Kathmandu. Der Onkel gibt den Kindern zwar einen Schlafplatz, um alles andere aber müssen sich die Kinder selbst kümmern.

Vikram umsorgt seinen Bruder liebevoll. Jeden Morgen trägt er ihn auf seinen Schultern ins Therapiezentrum von Nepal Matri Griha  und geht danach selbst zur Schule. Vikram putzt, wäscht Kleider, kocht Abendessen und füttert seinen Bruder. Dazwischen lernt er für die Schule. Für den 13-Jährigen ist die Fürsorge für seinen Bruder eine Selbstverständlichkeit. Und genauso selbstverständlich ist es für das Team von Nepal Matri Griha, diese beiden Jungen mit Schulbildung, Therapie, Lebensmitteln und den alltäglichen Dingen, die sie brauchen, zu unterstützen.