Die ersten Bilder aus Nepal nach dem verheerenden Erdbeben stammen aus Kathmandu und zeigen Zerstörung, Not und Trauer. In den vergangenen Tagen haben wir über unsere Partner in Kathmandu, Maiti Nepal und Nepal Matri Griha, immer mal wieder per Handy, Email oder Skype Informationen erhalten, doch die Lage in der Stadt ist weiterhin sehr unübersichtlich.

Die Mitarbeiter sowie die Frauen und Kinder, die bei Maiti Nepal und Nepal Matri Griha leben, hatten das große Glück, das Beben überlebt zu haben. Doch sie leiden unter dem Trauma der Katastrophe und sehen einer ungewissen Zeit entgegen. Beide Organisationen haben unterschiedlich starke Schäden an den Gebäuden zu beklagen, doch die Mitarbeiter sind schon dabei, anderen Menschen zu helfen, wo sie nur können.

Maiti Nepal hat zum einen rund 200 Frauen und Kinder auf dem Gelände aufgenommen. Zum anderen hat die Organisation zusammen mit der Initiative „Tents for Nepal“ ein Team aus sieben internationalen Ärzten, einigen Maiti-Mitarbeitern und Freiwilligen nach Dolakha geschickt und rund tausend Familien Zelte, Medikamente, Kleidung und Lebensmittel gebracht.

„Als Organisation, die sich für Frauen und Kinder engagiert, macht sich Maiti Nepal große Sorgen um alle, die von der Katastrophe getroffen wurden. Die mehr als 400 Frauen und Kinder, die bei Maiti Nepal in Kathmandu leben, leiden nach dem Erdbeben immer noch unter Angst und Alpträumen. Es gab tagelang Nachbeben und das Land ist in einem katastrophalen Zustand.

Es kommt Hilfe aus dem ganzen Land und von vielen Menschen aus der Umgebung. Menschen spenden Essen, Kleidung, Zelte, Medikamente und Decken und wir sind sehr dankbar für jede Hand, die uns in diesen dunklen Zeiten hilft.

Lasst uns ruhig bleiben, zusammen stehen und umsichtig sein und solidarisch die vorhandenen Ressourcen nutzen, die für die Rettung und die Pflege von Kindern nötig sind, die von dieser schweren Katastrophe getroffen wurden.

Die Not und Verzweiflung der Menschen hat zugenommen. Die Menschen sind unzufrieden, haben Angst um ihre Kinder und Familien und es steigt die Aggression im Land. Für viele Menschen geht es gerade ums eigene Überleben.“

Maiti Nepal

Bei Maiti Nepal haben bereits einige Kinder hohes Fieber und es besteht die ernste Gefahr des Ausbruchs von Typhus, Cholera und anderen lebensbedrohlichen Krankheiten. Sowohl das Grundwasser als auch das teure Wasser, das Maiti Nepal kaufen muss, ist verunreinigt und muss abgekocht werden. Fürs Abkochen wird Gas oder Holz benötigt – beides geht bereits zur Neige.

Noch dazu steigt aufgrund der großen Not im ganzen Land auch die Angst vor einem verstärkten Anstieg der Verschleppungsgefahr.