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18.12.2007
Sex und die Stadt der Freude

Die Moral im Weißen Haus bedroht die Existenz der Sexarbeiterinnen in Kolkata.
Sarah Stuteville und Alex Stonehill berichten aus Kolkata.

Sexarbeiterinnen in Kalighat arbeiten meistens von 14 bis 23 Uhr.<br>Viele wollen nicht fotografiert werden, aus Angst,<br>ihre Familien könnten die Wahrheit über ihre Arbeit herausfinden.<br>Foto: Alex Stonehill Sexarbeiterinnen in Kalighat arbeiten meistens von 14 bis 23 Uhr. Viele wollen nicht fotografiert werden, aus Angst, ihre Familien könnten die Wahrheit über ihre Arbeit herausfinden.
Foto: Alex Stonehill

Der Geruch von Jasminparfüm, Gebratenem, Zigarettenqualm und Alkoholfahnen mischen sich in der feuchten Luft. Wässrig pinkfarbene und weiße Neonleuchten vom Hotel Welcome, Dream House und Love Lotus spiegeln sich in den Augen von Frauen, die in türkisen Saris oder roten Miniröcken in einer Reihe stehen. Die Kunden drängen sich um sie und starren sie an. In zwielichtigen Türöffnungen rufen junge Mädchen mit ihren kindlichen Stimmen in die Nacht, die verraten, dass sie noch nicht einmal in der Pubertät sind, trotz ihrer verführerischen Gesten und dunkel lila Lippenstift.

Plötzlich schlägt die Stimmung hier in Sonagachi um, dem größten Rotlichtviertel in Kolkata, als ein wütender Gesang vom Ende der schmalen Straße her anschwillt. Die Mädchen drängen sich zusammen und bedecken ihre Gesichter mit dünnen Schals und die Zuhälter im Lungi-Rock und Trägerhemd eilen zu ihnen, als Tausende von Frauen um die Ecke biegen. Beleuchtet von Fackeln, die Wogen von schwarzem Rauch in den schwarzen Himmel steigen lassen, schreiten sie voran, sie haben sich eingehakt und halten eine Strohpuppe als Abbild von US-Präsident Bush hoch und rufen: »Wir wollen Rechte für Sexarbeiterinnen!« und »George Bush, Du kannst uns unser Geld nehmen, aber nicht unseren Kampf!«

Es ist in Kolkata Tradition, dass die Sexarbeiterinnen ihr Leben selbst in die Hand nehmen und diese Tradition ist so alt wie das erste Rotlichtviertel der Stadt. Fünf Meilen von hier, in den Slums um den Tempel von Kalighat, einer der heiligsten Stätten des Hinduismus, liegt die Geburtsstätte der Sexindustrie dieser Stadt. Vor Hunderten von Jahren sind Witwen und aus der Gesellschaft ausgestoßene Frauen hierher gezogen und erhofften sich Kost und Logis von den Priestern im Tempel. Sie bekamen auch ein wenig zu Essen und einen Platz zum Schlafen auf dem Boden, die ansässigen Priester und Männer aus höheren Kasten, die den Tempel besuchten, verlangten aber auch oft Sex als Bezahlung von ihnen. Als sie bemerkten, dass die Nachfrage nach Sex sehr viel höher war als der Gewinn, den sie einnahmen, schlossen sich diese Frauen zu einer Gesellschaft um den Tempel zusammen und fingen an, ihre Dienste zu berechnen. Das war die Geburtsstunde der organisierten Prostitution.

»Auch hunderte von Jahren später hat sich das Leben einer Witwe oder eines Vergewaltigungsopfers nicht wirklich verändert«, erklärt Urmi Basu. Sie hat vor fünf Jahren eine Organisation mit dem Namen New Light ins Leben gerufen, die Sexarbeiterinnen und ihre Familien in der Gemeinde Kalighat unterstützt. »Gewöhnlich sind die Frauen hier, weil sie missbraucht oder heraus geworfen wurden, oder sie wurden schon als Kind verkauft als jemand in das arme Heimatdorf kam and sagte: 'Komm mit mir, ich finde in der Stadt Arbeit für Dich!' und dann wurden sie schließlich in ein Bordell eingesperrt, bekamen Schläge und sahen keinen Cent dafür.«

Die Aufmerksamkeit der Medien zum Thema Sexarbeit in letzter Zeit richtet sich vor allem auf Themen wie Kinderhandel und Sklaverei, es sind aber oft die subtileren sozialen Faktoren, die die Frauen zu dieser Art Arbeit treiben. Der Kampf für die Legalisierung der Prostitution und somit als Mittel für die Offenlegung von Menschenhandel sowie zur Verbesserung des Lebens von Sexarbeiterinnen wird gewöhnlich übersehen.

Arti Pandey (Name geändert)<br>Foto: Alex Stonehill Arti Pandey (Name geändert)




Foto: Alex Stonehill

»Man kann besser mit einem schlechten Ruf leben, als eine rechtschaffene Frau zu sein und jeden Tag geschlagen zu werden«, sagt Arti Pandey (22), deren Geschichte anschaulich zeigt, wie die Prostitution eine Zuflucht aus dem Missbrauch in der Familie und begrenzter wirtschaftlicher Möglichkeiten bedeutet.

Mit 14 Jahren wurde Arti Pandey mit einem 20 Jahre älteren Mann verheiratet, der vorhatte, den Beamtenposten ihres kranken Vaters zu übernehmen und einen Teil seiner Pension zu erhalten. Als der Ehemann einer ihrer Schwestern den Posten erhielt, begann ihr Mann sie zu missbrauchen. Als sie dann von ihrem dreijährigen Sohn erfuhr, dass ihr Mann plante, sie zu fesseln und sie als Strafe in einen Deckenventilator zu stecken, lief Arti Pandey fort und ernährte sich selbst durch eine Reihe von Krankenpflege- und Haushaltsjobs. Sie hoffte immer, dass sie eines Tages wieder auf die Füße kommen und das Sorgerecht für ihr Kind zurückbekommen würde. Aber wohin sie auch kam, es gab immer auch Drohungen und Geldforderungen, und die wütende Familie ihres Mannes schaffte es schließlich, sie aus jeder stabilen Stellung heraus zu treiben, die sie in Kolkata fand.

Auf einer Reise nach Mumbai änderte sich ihr Leben dann radikal. Sie traf eine Freundin, die in einem Bordell arbeitete und sie ermutigte, das auch zu tun. Der Lohn, den ihre Freundin erhielt und die Aussicht, interessante ausländische Männer zu treffen, lockten sie und innerhalb von ein paar Monaten hatte sie sich einen anständigen Lebensunterhalt verdient. Nach einer Polizeirazzia anderthalb Jahre später wurde sie nach Kolkata zurückgeschickt und suchte sich dort wieder eine »seriöse« Arbeit in einer schlecht zahlenden Bekleidungsfirma. Aber die Familie ihres Mannes fand sie schnell und bestand darauf, dass sie zu ihnen zurückkehrte. Dies wiederum würde für Arti Pandey nur eine Rückkehr zu Sklaverei und Missbrauch bedeuten.

»Mir wurde klar, dass ich nur dann mein eigenes Leben leben konnte, wenn ich in das Gewerbe zurückkehren würde«, ein Schritt, der ihre Verbindung zur normalen Gesellschaft und damit auch zur Familie ihres Mannes trennen würde, »Dies ist der Weg, um dein eigenes Leben zu leben, wenn dir die Arbeit nichts ausmacht, kannst Du gut verdienen.«

Sie wollte aber auch gerne in der Nähe ihres Sohnes bleiben, wenn auch nur durch die räumliche Nähe oder durch den Tratsch, der ihr zu Ohren kam. Sie träumte immer noch von einem Wiedersehen, wenn er alt genug sein würde, um die Familie seines Vaters aus eigenem Willen zu verlassen.

Urmi Basu betreut ein krankes Kind.<br>Sie und ihr Bruder, Arnab Basu (Mitte) arbeiten bei New Light.<br>Foto: Alex Stonehill Urmi Basu betreut ein krankes Kind. Sie und ihr Bruder, Arnab Basu (Mitte) arbeiten bei New Light.


Foto: Alex Stonehill

Im letzten Sommer traf sie Shanti Chowdray, die ihr half, ein Zimmer zu finden und sich in Kalighat selbständig zu machen. Shanti Chowdray, eine ehemalige Sexarbeiterin, die jetzt bei New Light angestellt ist, zeigte Arti Pandey die Organisation. In deren Büro im Herzen des Rotlichtviertels von Kalighat wird sie nun regelmäßig untersucht, wird über Safe Sex aufgeklärt, erhält kostenlose Kondome und kann sich dort Rat holen oder Kinderbetreuung in Anspruch nehmen. Noch wichtiger aber ist das Gefühl, ohne Vorurteile unterstützt zu werden. Und diese Unterstützung erhält sie bei den Sexarbeitern und bei New Light.

»Ich will hier nicht der Moralapostel sein«, sagt Urmi Basu, als wir sie zu Ihrer Meinung über Sexarbeit befragen, »Ich wünsche mir, dass niemand zu diesem Beruf gezwungen wird, aber wenn ein Mädchen 18 Jahre alt ist und Prostituierte werden will, kann ich das nicht ändern. Ich möchte, dass sie die Selbstachtung nicht verliert, sich selbst respektiert und sich ihr Leben so angenehm wie möglich macht.«

Urmi Basu hat sich ihre Schulbildung der oberen Klasse zunutze gemacht und den Frauen in Kalighat gezeigt, wie sie Ihr Gewerbe sicherer und einträglicher machen können. Sie ermutigt sie, die Bestätigung vorzuzeigen, dass sie HIV-frei sind, besteht auf dem Gebrauch von Kondomen oder verlangt höhere Bezahlung in den Gegenden, wo die Frauen normalerweise zwischen 20 und 50 Rupien (circa 0,25 bis 1,00 Euro) pro Kunde verlangen. »Ich sage ihnen, es ist nicht falsch, was ihr tut. Sex macht Freude und ihr macht den Leuten Freude. Respektiert euch selbst und eure Kunden werden das auch tun, dann seid ihr in der besseren Verhandlungsposition und könnt mehr Geld verlangen.«

In Sonagachi hingegen geht das Durbar Mahila Samanwaya Committee (DMSC), eine andere Nichtregierungsorganisation, einen radikaleren Weg, um die Probleme der Sexarbeiterinnen zu bekämpfen. Die gesamte Vereinigung besteht aus derzeitigen oder ehemaligen Sexarbeiterinnen und deren Familien und sie glauben daran, durch ihre Lobby Einfluss auf die Legalisierung der Prostitution in Indien nehmen zu können. Die Gesetze sagen hier nicht explizit, dass Prostitution illegal ist, kriminalisieren aber das Anwerben von Freiern und den Betrieb von Bordellen oder die Vermietung von Zimmern an Sexarbeiterinnen. Das DMSC behauptet, dass die Kriminalisierung von Sexarbeit das negative Ansehen noch verstärkt und so einen Schwarzmarkt entstehen lässt, in dem Kinderprostitution und Menschenhandel vorkommen und der ein Klima begünstigt, in dem der Schutz der Frauen in diesem Gewerbe nicht gesichert ist.

»Wenn die Sexarbeit in den Untergrund gehen muss, gibt es immer Krawallmacher und korrupte Polizisten, die uns um Geld erpressen, uns schlagen und vergewaltigen und uns zu ungeschütztem Sex zwingen«, sagt Bharati Dey, Programmdirektorin bei DMSC und selber eine Sexarbeiterin.

New Light hat das Soma Memorial Girls Home im Juli 2005<br>als Wohnheim für die Töchter von Sexarbeiterinnen eröffnet,<br>um zu verhindern, dass diese ebenfalls mit der Prostitution beginnen.<br>Foto: Sarah Stuteville New Light hat das Soma Memorial Girls Home im Juli 2005 als Wohnheim für die Töchter von Sexarbeiterinnen eröffnet, um zu verhindern, dass diese ebenfalls mit der Prostitution beginnen.
Foto: Sarah Stuteville

Bharati Dey kam mit 20 in das Gewerbe und schloss sich gleich dem Kampf gegen organisiertes Verbrechen und Polizeikorruption an und machte sich zur Fürsprecherin ihrer Sexarbeiter-Kolleginnen. Sie erinnert sich an die Zeit bevor DMSC in ihrer Region aktiv war, als Massenvergewaltigungen von Prostituierten und Verprügelungen ihrer besten Kunden durch die Krawallmacher der Gegend an der Tagesordnung waren. Die Wut und Unterdrückung ihrer Kollegen spitzte sich eines Morgens im Jahre 1999 so zu, dass eine Gruppe von Sexarbeiterinnen, die sich spontan gebildet hatte, über einen einheimischen Gangster herfiel, der sie seit Jahren terrorisiert hatte und ihn zu Tode prügelten. Das DMSC befürwortet solche Gewalttaten nicht stillschweigend, sie sehen sie aber in Zusammenhang mit der Ausbeutung und den Krankheiten als untrennbar mit der Sexarbeit verbunden, solange das Gewebe illegal bleibt.

Ein neues Gesetz als Zusatz zum Immoral Traffic Prevention Act steht in Indien zur Diskussion. Es sieht die Bestrafung von Kunden von Prostituierten vor. Eine solche Kriminalisierung und örtliche Polizeiübergriffe in den Rotlichtvierteln haben zu einer Abnahme der Benutzung von Kondomen geführt, da die Anzahl der Kunden in der Folge geringer wurde und die verarmten Sexarbeiterinnen gezwungen sind, missbrauchendem oder unsicherem Sex zuzustimmen, um ihren Lebensunterhalt verdienen zu können.

Ein weiteres Anliegen in Bezug auf diese rechtlichen Angelegenheiten ist die Benutzung einer Sprache, die Prostitution mit Menschenhandel gleichstellt, die aber die wichtige Rolle von volljährigen und freiwilligen Sexarbeiterinnen bei der Ausrottung des Menschenhandels bestreitet. Das DMSC organisiert Sexarbeiterinnen in den Rotlichtvierteln im gesamten Staat West-Bengalen und hat selbst organisierte Gremien aufgestellt, welche die Bedingungen in diesen Gegenden überwachen, und dadurch die Löhne verbessern und Kinderprostitution und Menschenhandel aufstöbern wollen.

Das DMSC ist nicht gefeit vor Kritik und die sichtbare Kinderprostitution in den Straßen um ihr Hauptbüro herum sind ein Hinweise auf die Grenzen dieser selbst organisierten Gremien. Es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel der 9 000 Prostituierten in Sonagachi unter 18 Jahre alt sind. Das DMSC legt seinen Schwerpunkt nicht auf Programme, die Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Gewerbe bieten und dies bestätigt dann wieder die sozioökonomischen Kräfte, die Frauen überhaupt erst in das Gewerbe drängen. Ein beunruhigender Interessenkonflikt zeigt sich auch, wenn die Leitung einer Organisation von dem Gewerbe profitiert, das sie zu reformieren und lenken vorgeben.

Trotz dieser Belange ist das DMSC die aktivste und einflussreichste Gruppe, die mit Sexarbeiterinnen in West-Bengalen arbeitet. Die Loyalität unter ihren Mitgliedern zeigt sich ganz deutlich in der zwanglosen, familiären Atmosphäre in ihren Büros und den Spruchbändern und Schildern mit ihrem Logo, die in ganz Sonagachi stolz gezeigt werden. Ihr Talent, Tausende von Frauen aus dem am stärksten gebrandmarkten und verletzbaren Bereich der indischen Gesellschaft zu mobilisieren, stolz durch die Straßen zu marschieren und ihre Rechte einzufordern, ist der Beweis für das Vertrauen, dass sie gewonnen haben und für die mächtige Bewegung, die sie ins Rollen gebracht haben.

 Foto: Alex Stonehill




Foto: Alex Stonehill

So dynamisch die Bewegung für die Rechte von Sexarbeiterinnen in Kolkata auch geworden ist, der Erfolg beruht immer auch auf der Laune starker äußerer Kräfte. Heute Abend marschieren die Frauen von Sonagachi solidarisch gegen eine neue Bedrohung, der sie nicht von Angesicht zu Angesicht entgegentreten können, die ihnen aber möglicherweise das nehmen könnte, was sie bisher erreicht haben.

US-Präsident Bush und seine Regierung haben damit begonnen, die Gelder für internationale Organisationen zu kürzen, die stillschweigend die Prostitution dulden und nicht für Enthaltsamkeit als wichtigsten Schutz gegen HIV und AIDS werben. Das stärker werdende Bündnis zwischen der amerikanischen und der indischen Regierung lassen hier die Angst aufkommen, dass sich die Gesetze in Indien weiter in Richtung Kriminalisierung von Prostitution entwickeln und die Aussicht auf geringere internationale Hilfe von Regierungsorganisationen liegt wie ein böser Schatten über Projekten wie DMSC und New Light. Jetzt haben die Frauen nicht nur die Schande in ihrer eigenen Familie und ihrer Gesellschaft zu ertragen, sondern auch die Prinzipienreiterei einer Regierung und von Leuten, die sie nie treffen werden.

Für diejenigen, die an Orten wie Sonagachi oder Kalighat in erster Reihe arbeiten ist es der wichtigste Punkt, dass die rückläufige Finanzierung und eine weitere Kriminalisierung die Sexarbeit noch weiter in den Untergrund treiben wird. Während die Regierung Bush für ihre Anstrengungen gelobt wurde, den Menschenhandel abzuschaffen, haben Organisationen wie DMSC oder New Light oft den einzigen wirklichen Überblick in den Gegenden, in denen Frauen und Kinder verkauft werden.

Darüber hinaus sind solche Programme oftmals erwiesenermaßen erfolgreicher bei der Werbung für Safe Sex und haben die Ausbreitung von HIV und AIDS verlangsamt. Die Statistik von DMSC über den Gebrauch von Kondomen in Sonagachi liegt bei 89 Prozent und sie zeigt auch, dass die Ansteckung mit dem HIV-Virus bei Sexarbeiterinnen sich bei circa 5 Prozent eingependelt hat.

»Wir sind die Türhüter«, sagt Roma Devnath, Leiterin des Anti-Menschenhandels-Programms bei DMSC und eine Sexarbeiterin der zweiten Generation. »Wenn man uns beseitigt, verbreiten sich HIV und AIDS in der gesamten Gesellschaft. Letztendlich wird es sich dann auch bis in die Gesellschaft von George Bush ausbreiten.«

 Foto: Alex Stonehill




Foto: Alex Stonehill

Der Schutz der Finanzierung für Organisationen, die Sexarbeiterinnen unterstützen, steht ganz oben auf der Liste der Forderungen für die Proteste an diesem Abend, aber die Wut und die Leidenschaft in den Gesichtern dieser Frauen, die nur wenig gebildet sind und noch weniger Geld haben und die verzweifelt um ihre Würde und die Anerkennung gekämpft haben, wird nicht durch die Politik erweckt. Es ist die Entrüstung über das moralische Urteil, dem sie unterworfen sind und zwar sowohl durch ihre eigene Familie sowie die Regierung eines fremden Landes. Und als die Fackeln das Gesicht von George Bush auf dem Plakat berühren, ist es genau diese Entrüstung die das Feuer anheizt, das heute Abend sein Abbild verbrennt.

Die deutsche Fassung dieses Textes wird von Sarah Stuteville,
Alex Stonehill und der BONO-Direkthilfe e.V. unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht.
Übersetzung: Martina Müller-Tellmann
Einige Namen von Sexarbeiterinnen wurden geändert.
Die englische Fassung dieses Textes erschien zunächst bei The Common Language Project. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung.

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