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|  | Daniel Lak hat zwölf Jahre lang für die BBC aus Südasien berichtet und ist ein regelmäßiger Kolumnist der Nepali Times. In einem aktuellen Beitrag befasst er sich mit der Situation von Frauen in Nepal. |
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Die südafrikanische Apartheid gibt es schon lange nicht mehr, und es trauern ihr auch nur ein paar Fanatiker und Verrückte nach. Aber ein Bild aus dieser Zeit lässt mich nicht los, merkwürdigerweise eins, das nicht mit rassistischer Ausgrenzung zu tun hat.
Das Team einer englischen Fernsehdokumentation verbrachte einen Tag mit P. W. Botha, zu der Zeit Präsident Südafrikas. Die Sendung war Teil einer Reihe, die einen Titel wie »Ein Tag im Leben von...« trug. Gezeigt wurden sowohl gute als auch böse Menschen in alltäglichen Situationen, um uns Zuschauern zu helfen, sie zu durchschauen.
Eine Szene mit Botha sticht heraus: Er kommt von einem Ausritt auf seiner Ranch zurück, wirft einen Tirolerhut quer durch den Raum und sagt: »Wo sind die Frauen, ich will Tee.« In seinem südafrikanischen Dialekt klingt das so herrisch und herablassend - zumindest aus dem Mund eines weißen Rassisten.
Diese Frage - mal abgesehen vom Tee - stelle ich mir oft im Zusammenhang mit dem nepalesischen Friedensprozess, Neuanfang, Aufruhr oder wie auch immer man es nennen möchte: Wo sind die Frauen?
Seien wir ehrlich. Die hinduistische Gesellschaft Nepals ist massiv patriarchalisch. In einigen Teilen des Landes benehmen sich die Männer den Frauen gegenüber so wie die Taliban in Afghanistan es taten, oder sogar mit noch weniger Achtung ihrer Würde und Sicherheit, wage ich zu behaupten. Man muss sich nur einmal die Geschichten von Hindu Frauen im Westen Nepals vorstellen, wo Frauen mit prolabierten Gebärmüttern und toxischem Schock auf dem Feld arbeiten, während die Männer daneben sitzen, trinken, über Politik schwatzen und sich darauf vorbereiten, am Abend ihre Frauen zu schlagen.
Es stimmt, dass das Stadtleben und der Generationenwechsel die Aussichten für Frauen in diesem Land allmählich verbessern. Aber sogar in Kathmandu ist weiblich sein eine Hürde, die man nehmen muss, außer natürlich, man ist reich, privilegiert, hat einen nützlichen Nachnamen oder einen bekannten Vater. Diese Stadt hat lediglich das Patriarchat neu definiert, und die Vorteile sind belanglos oder trügerisch.
Sehen Sie sich die Medien an. Fast immer wird über Männer berichtet, und wenn es mal um Frauen geht, dann im Zusammenhang mit »Frauenthemen« - Müttergruppen, häusliche Gewalt, Kampf für mehr Rechte. Könnte ich doch nur einmal einen Bericht über eine neue Bank oder ein Tourismusunternehmen sehen, das von einer Frau geführt wird.
Wir brauchen keine Frauen, die uns ihre Ungleichheit aufzeigen. Vielmehr sollten wir uns dieser bewusst sein und hart daran arbeiten, sie endlich zu beseitigen. Organisationen und Unternehmen sollten Frauen einstellen, sie fortbilden und unterstützen. Der internationale Sektor hat hier eine enorme Verantwortung. Er muss damit aufhören, bloß Frauen aus bekannten Familien einzustellen und den Weg bahnen zu einer Leistungsgesellschaft, in der das Geschlecht praktisch unsichtbar ist.
Ebenso die politischen Parteien: Je schneller sie ihre Reihen öffnen für Frauen mit Können und Leistungsvermögen, umso besser. Denken Sie an Margaret Thatcher, Groo Harlem Brundtland, Hillary Clinton oder Michelle Bachelet. Kann irgendeiner der derzeit männlichen Köpfe irgendeiner Partei dort draußen vielleicht einen vernünftigen Einwand dagegen aufbringen?
Nepals Armut und politisches Chaos hat viele Ursachen. Feudalismus, eine unfähige und bestechliche Elite, Unerfahrenheit, fehlende Bildung und so fort. Aber hauptsächlich sind es die anhaltenden patriarchalischen Denkweisen der nepalesischen Männer und, ja, Frauen, die das Land in dem Zustand verharren lassen, in dem es sich befindet.
Vielleicht sollten wir damit beginnen, dass Männer sich ihren eigenen Tee kochen.
Copyright: Nepali Times
Übersetzung: Dorothee Schmidt
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 |  | Dieser Text erschien zunächst in der Nepali Times vom 30. März 2007. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung. |
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